Die Entstehung

Diese Seite drucken (in neuem Fenster)

Die ersten Spuren menschlichen Lebens in Siblingen wurden auf dem Schlossbuck (Siblinger Randen) gefunden. Prähistorische Funde, vor allem Tongefässe, aus der Bronzezeit zeugen von einer ersten Besiedlung im zweiten Jahrtausend vor Christus und sind Beweisstücke dafür, dass dieser Buck schon damals zu einem Refugium ausgebaut wurde.

Später, im 5. und 6. Jahrhundert eroberten die Alemannen den Schlossbuck, auf dem einst noch ein Schloss aus der Römerzeit gestanden hatte. Es war ein sehr grosses Bauwerk mit einer Länge von 38 Fuss und einer Breite von 18 Fuss. Es besass mehrere Stockwerke und gegen Norden der einzig angreifbaren Seite einen Graben und davor einen hohen Schutzwall. Noch heute sind davon Überreste an den Berghalden zu finden. Der Graben und der Schutzwall sind jetzt noch erkennbar. Jüngstes Beispiel sind die Ausgrabungen auf dem Randen die im Jahre 1999 durchgeführt wurden. Dabei kamen etliche Tonscherben, Werkzeuge, Schmuck usw. zum Vorschein.

Im Jahre 1872 wurde auf dem Schlossbuck durch die “Freunde der Naturbetrachtung“ aus der Gemeinde, ein dreibeiniger und 30 Fuss ( ca. 9m ) hoher Holzturm erstellt. Dieser Turm war der erste aller Randentürme. Bereits nach wenigen Jahren stürzte der Turm jedoch ein. Am 13. August 1882 wurde dann ein 12 Meter hoher Eisenfachwerkturm feierlich eingeweiht. 1996 wurde dieser nochmals renoviert und im Frühjahr 2014, nach 132 Jahren, abgebrochen. Im gleichen Jahr wurde der jetzige Turm erstellt und im Spätherbst eingeweiht. Der aktuelle Turm ist mit 19 Metern etwas höher als seine Vorgänger und bildet so etwas wie die Synthese der beiden Vorgänger. Die drei Hauptträger sind aus Holz gefertigt und die Verbindungen und die umlaufenden Treppen sind eine Stahlkonstruktion. Der Turm ist durch seine Form sicherlich eine architektonische Seltenheit und hat deswegen weitherum grosse Beachtung gefunden.

1850 zählte Siblingen 1041 Einwohnerinnen und Einwohner. Eine grosse Hungersnot war der Grund, dass zwischen 1848 bis 1852 rund ein Viertel der Bevölkerung das Dorf verliess und nach Amerika auswanderte. Um 1900 zählte die Bevölkerung noch 656 Personen. Nach einem weiteren Absinken auf 535 im Jahre 1970 ist die Bevölkerung bis heute wieder auf rund 850 Einwohnende gewachsen.

Siblingen führt eine Tanne als Wappensymbol. Diese Wappenfigur lässt sich bis 1608 zurückverfolgen; zwar nicht immer als Tanne aber immerhin als Baum. Sehr wahrscheinlich geht das Motiv auf das Siegel eines Untervogtes “Danner“ zurück. Nicht von ungefähr trägt Siblingen die Tanne im Wappen. Gut die Hälfte des Gemeindebanns entfällt auf Wald. Das Gemeindegebiet mit einer Fläche von 942 ha erstreckt sich über mehr als 400 Höhenmeter: von der Ebene des Oberklettgaus auf 470 Metern über Meer bis auf 895 Metern Höhe auf dem Plateau des Randens.

Siblingen hat seinen Namen aber nicht schon von Anfang an, so wie er heute dasteht. Ein Alemanne namens “Sipilo“ siedelte sich nach der Römerzeit am Fusse des Randens an. Seine Familie und Sippschaft hiessen “Sipilinc“. Den Wohnort dieser Sippschaft nannte man “Sipilin-gum“. Darauf wurde später, im Jahre 870 der Namen auf “Sibilinga“ und danach im Jahre 1116 auf “Sibelingen“ abgeleitet. Irgendwann im Laufe der Zeit ging auch das “e“ zum heutigen Namen Siblingen verloren.