Die Salzbohrung

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Früher in der Geschichte hatte Salz eine grosse Bedeutung und war mit dem Wert des Goldes zu vergleichen. Wer im Besitz eines Salzbergwerkes war, konnte seine Kasse füllen. Während Jahrhunderten wurde Salz aus den Salinen von Burgund, Reichenhall, Bayern und Hall im Tirol bezogen, wo es über den Bodensee und Rhein zu uns gelangte.

Es lag auf der Hand, dass unsere Vorfahren in der Salzversorgung unabhängig sein wollten. Siblingen hatte gute Aussichten auf Salzvorkommen. Darum erteilte der Kanton im Jahre 1820 dem Bergrat Christian Friedrich, einem Spezialisten auf diesem Gebiet, die Konzession nach Salz zu bohren. Nach zwei erfolglosen Bohrungen in Beggingen und Schleitheim versetzte er den Bohrturm nach Siblingen. Auch diese Bohrungen wurden erfolglos abgebrochen.

Keller hoffte, dass die Rheinsalinen die Kosten der Bohrung übernehmen würden. Doch diese waren am Anfang nicht sehr interessiert am ganzen Geschehen. Daraufhin hatte Keller eine grossartige Idee. Er machte ein deutsches Unternehmen auf die günstige Prognose aufmerksam. Diese schickten gleich eine Delegation nach Siblingen. Gleichzeitig wurden die Rheinsalinen über dieses Ereignis informiert. Dadurch erreichten die Siblinger den Vertragsabschluss mit den Rheinsalinen, da diese den möglichen Gewinn nicht an die Konkurrenz verlieren wollten.

Am 7. Februar 1913 wurde mit den Arbeiten begonnen. Es verlief alles planmässig und alle träumten vom grossen Salzvorkommen bzw. vom grossen Reichtum. Doch dann am 10. Mai verkündete Jakob Keller, dass die Salzbohrung in Siblingen ein negatives Resultat ergeben hatte. Er wollte daraufhin mit der vertraglich geregelten zweiten Bohrung beginnen. Doch diese Bohrung wurde verschoben. Das Material wurde vier Tage darauf nach Neunkirch zum Bahnhof gebracht. Zu der zweiten Bohrung kam es nie, nicht zuletzt weil der erste Weltkrieg im gleichen Jahr ausbrach.

Erst später zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Nachfrage nach Salz wieder interessanter. Als dann der Landesbiologe Dr. Ferdinand Schalch in der Nähe war, wurde er vom Regierungsrat Jakob Keller herbeigezogen.

Nach den darauffolgenden Bodenproben war ein Standort gefunden. Dr. Schalch schlug die Au am Westfuss des Galgenbergs (dem heutigen Galgenbuck) vor.